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Warum Maria-Lucia Schönstein Altenpflegehelferin wird

Maria-Lucia Schönstein gehört in diesem Jahr zu den Absolventen der Altenpflegehilfeausbildung am Bildungszentrum der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg in Groß-Umstadt. Die 41-Jährige, die in Langenbrombach im Odenwaldkreis wohnt und im Pflegezentrum Odenwald in Erbach arbeitet, hat in ihrer beruflichen Laufbahn schon öfter in der Pflege gearbeitet – und das nicht ohne Grund: „Ich habe großes Interesse an dem Beruf“, sagt sie, „mir geht es um die Menschlichkeit, dass man alten Menschen helfen kann. Man sieht viel Leid, aber auch viel Liebe und Zuwendung, erfährt viel Dankbarkeit, dass die Menschen auch noch zuhause bleiben können.“ Denn Schönstein arbeitet in der ambulanten Pflege, auch während ihrer einjährigen Ausbildung.

Als Altenpflegehelferin unterstützt sie ältere Menschen bei der Grundpflege und im Alltag, während Altenpfleger eine umfassendere Ausbildung haben und auch medizinische Aufgaben übernehmen dürfen. Aber das soll für die alleinerziehende Mutter eines 14-jährigen Sohnes nur ein Zwischenschritt sein, denn nach dem Abschluss als Altenpflegehelferin will sie an den Kreiskliniken in Groß-Umstadt ihre dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau beginnen. Danach stehen der 41-Jährigen verschiedene Möglichkeiten offen, weiterhin in der Pflege zu arbeiten. Damit soll der Karriereweg von Maria-Lucia Schönstein aber noch nicht beendet sein, erzählt sie. „Nach der dreijährigen Ausbildung könnte ich mir ein pädagogisches Studium vorstellen, um Lehrerin im Bildungszentrum zu werden“, sagt sie, „mein absoluter Wunschtraum wäre aber eine eigene kleine Seniorenresidenz in der Toskana.“ Schönsteins Familie stammt ursprünglich aus Sardinien, sie spricht sardisch und italienisch und hat sich in die Toskana verliebt. Auf jeden Fall aber will sie weiter mit Menschen zu tun haben.

„Man ist wie ein guter Bekannter, wenn man reinkommt. Man bekommt viel erzählt, es ist fast schon ein verwandtschaftliches Verhältnis“, erzählt sie von ihrer derzeitigen Tätigkeit in der ambulanten Pflege. Zwischen 12 und 16 Patienten betreut sie am Tag: waschen, anziehen, Injektionen, Medikamente verabreichen. „Da, wo sie ist, ist sie richtig“, sagt ihre Kursleiterin am Bildungszentrum, Ulrike Jellen, über das Engagement ihrer Auszubildenden. Seit 2013 kümmert sich Jellen um die Ausbildung der Altenpflegehelfer. Sie kann verstehen, was Schönstein motiviert: „Ich genieße es auch nach wie vor, in die Einrichtungen zu gehen und dort mit Menschen Kontakt zu haben. Das muss man als Eigenschaft einfach mitbringen in diesem Beruf.“ Das tut Maria-Lucia Schönstein. „In der Pflege fühle ich mich einfach zuhause“, sagt sie. Ihre Familie hilft abends beim Abschalten, denn manches Erlebte, so sagt sie, nehme man doch mit heim nach Feierabend.

„Das ist nicht für jeden etwas“, erklärt Ulrike Jellen, „jeder Auszubildende hat ja unterschiedliche Lebenshintergründe, und die Altersspanne reicht mitunter von 15 bis 50 Jahre.“ Als Orientierungsphase sei aber die einjährige Ausbildung zum Altenpflegehelfer sehr gut geeignet. „Wenn ich merke, dass es nichts für mich ist, kann ich auch danach noch in eine andere Richtung gehen ohne viel Zeit verloren zu haben“, sagt Jellen.

Eventuell könnte Maria-Lucia Schönstein eine der letzten Absolventinnen als Altenpflegehelferin sein, denn das Bildungszentrum hat sich bereits entschlossen, künftig eine Ausbildung zur Pflegefachassistenz anzubieten. Eine generalistische Ausbildung ähnlich der zur Pflegefachfrau. Die Ausbildungszeit verlängert sich dann von 12 auf 18 Monate.

„Es ist egal, wie lange die Ausbildung dauert“, sagt Pelin Meyer als Betriebsleiterin der Kreiskliniken, „wichtig ist die Motivation und das Engagement, denn wir reden von hilfsbedürftigen Menschen, um die es geht. Da freut es uns natürlich um so mehr, dass sich Menschen wie Maria-Lucia Schönstein für uns entscheiden, denn auf solche Mitarbeiter zählen wir.“